Erntedankgebet an den Schöpfer

Guter Gott

Schöpfer aller Pflanzen, Menschen und Gaben,

Schöpfer des Grashalms und des Gebirgsmassivs,

Schöpfer der Ameise und des Braunbären,

Schöpfer der Dunkelheit und des Lichts,

ich preise dich.

Im Leuchten der Sonne über den herbstlichen Wäldern,

in der Lust des hoch oben tanzenden Drachens,

im süßen Birnensaft, der aus den Mundwinkeln trieft,

schaue ich dich.

Ich danke dir für deine Schöpferfreude,

für deinen Einfallsreichtum,

für deine Pflege all dessen, was wachsen will.

Du bist es, der Gedeihen schenkt,

du lässt regnen und die Sonne scheinen

und sorgst dich, dass Frucht wächst.

Mit gefüllten Händen komme ich zu dir

und betrachte meine Ernte.

Danke für all das, was wachsen konnte,

für das, was gelang und Frucht trug.

Danke auch für das, was unvollständig blieb,

was nicht wachsen konnte,

was dem Wurm nicht zu widerstehen vermochte.

Meine Begrenztheit spüre ich.

Und ich weiß: Gute und schlechte Früchte

sind in deiner Hand gut aufgehoben.

Guter Gott, Schöpfer aller Pflanzen, Menschen und Gaben:

Hier sind meine Schätze.

Freu dich mit mir daran.

Amen.

(aus: EnneaForum 16, Oktober 1999)

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