„Suche Gottes Gegenwart.

Durch Sein Nahesein löst sich alles,

was du selbst nicht lösen kannst.“

MB

 

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Es gibt viele Gründe, warum Menschen heute nach Meditation suchen…

Meditation

…manche suchen Meditation,
um zur Ruhe zu kommen,
um Kraft zu finden für den Alltag.
Andere meditieren, um Gott zu finden.
Um das innere Gebet zu lernen.
Manche wollen ihren christlichen Glauben vertiefen.
Wieder andere sind einfach von ihrer Sehnsucht gezogen…

- wie dem auch sei: Sie sind sehr herzlich eingeladen, das Sitzen in der Stille näher kennen zu lernen.
Prüfen Sie selbst, ob dies ein Weg ist, der Ihnen gut tut. Es werden keine Vorkenntnisse vorausgesetzt.

Die schrittweise Hinführung zur Meditation enthält auch viele Hilfen für das Umsetzen im persönlichen Alltag zu Hause.

Meditationsabende in Schleusingen
Zeit: Mittwochs 19.00-20.30 Uhr, zweimal im Monat (Termine erfragen: Tel. 036841/41746)
Ort: Haus der Begegnung, Georg-Neumark-Str. 12, 98553 Schleusingen

Für nähere Infos:

Gudula Bonell CJ
Georg-Neumark-Str. 12
98553 Schleusingen

Tel. 036841/41746 oder 233002

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Informationen zu Meditation / Kontemplation

Meditation - ein religiöser Übungsweg

Meditation finden wir in allen großen Religionen. Es ist festzustellen, wie in den letzten Jahren das Interesse an Meditation zugenommen hat und scheinbar ein Bedürfnis heutiger Menschen trifft.

Meditieren ist üben, ist ein Weg, ein ein-üben von Haltungen.
Es geht darum, wach, achtsam und hörend zu werden.
Wach für die Welt in mir und um mich,
wach für mich selbst und für die Wirklichkeit Gottes in allen Dingen.

Meditieren ist beten. Auch wenn der Zugang zu Meditation ein unterschiedlicher sein kann und manche Menschen mit Meditation beginnen, um zur Ruhe zu kommen und um sich von Stress zu befreien, so nimmt dies der Meditation als Gebetspraxis nichts weg. Meditation ist eine sehr geeignete Haltung und Übung, um sich mit seiner Aufmerksamkeit ganz auf Gott allein auszurichten. Um alles wegzulassen, was von Gott wegführt. Mit Leib und Seele bin ich für Gott da. Durch die Meditation werde ich mehr und mehr selbst zum Gebet.

Dieser Weg ist ein langer Weg. Die Aufgabe des Menschen ist dabei, sich zu bereiten, sich bereit zu halten. Der Mensch müht sich ganz um dieses „Da-Sein“ vor Gott und ist sich gleichzeitig bewusst, dass er hier nichts selber machen kann, sondern alles Gottes Gnade ist. Es scheint wie ein Paradox zu sein: Mich ganz zu bemühen – und dennoch nichts erreichen zu wollen, ganz loszulassen, mich ganz beschenken zu lassen.

Ziele von Meditation

Ziel der Meditation ist letztlich Gott selbst. Es ist ein sehr hohes Ziel, im Laufe eines längeren Weges immer mehr dahin geführt zu werden, in der Meditation nicht die Gaben Gottes zu suchen, sondern Gott selbst. „Allein Gott zu suchen und darauf zu vertrauen, dass Er uns alles Nötige dazuschenkt (Mt 6,33), das ist Kontemplation.“
(Jalics S. 105)

Ziel der Meditation ist Hingabe. „Hingabe an Gott geschieht oft mit Worten. Sie kann auch in Handlungen ausgedrückt werden. Sich Gott hingeben kann man aber auch mit dem Sein. Einfach für Gott da sein. Dies ist tiefste und reinste Hingabe. Dies ist unser Weg. … Kontemplatives Gebet ist Hingabe, Gottesdienst und Gotteslob mit dem Sein.“
(Jalics S. 105)

Und nie zu vergessen: Ziel der Meditation ist immer das Leben mitten im Alltag. Aus der Abgeschiedenheit komme ich wieder mitten auf den „Marktplatz“. Die Übung der Meditation will meinem alltäglichen Leben dienen, so dass ich dort achtsamer bin, gegenwärtiger, dass ich dort – verbunden mit Gott – die nötigen Schritte gehe. Ziel ist es, kontemplativ in der Aktion zu werden.

Der Weg zum Ziel

Sehr empfehlenswert für diesen Weg ist es, vor der Meditationszeit auszudrücken, dass ich jetzt diese Zeit an Gott verschenke.
Zu Beginn jeder Meditation erneuere ich diese persönliche Absicht.
„Ob man in der Meditation Gott oder sich selbst, d.h. seinen eigenen geistlichen Fortschritt sucht, sieht man gut in der Unabhängigkeit von den Ergebnissen. Wer seine Meditationszeit wirklich Gott schenkt, der ist zufrieden, ganz gleich, ob die investierte Lebenszeit ihm dienlich war oder nicht“, ganz gleich, ob ihm seine Meditation gut erscheint oder nicht.
(Jalics, S. 106)

Und wenn uns dies nicht gelingt: Ich darf auch diese Absichtslosigkeit nicht wie eine Leistung erreichen wollen. Wichtig ist, dass ich immer wieder neu beginne, mich einfach auf Gott hin auszurichten. Ich versuche, immer wieder zu dieser absichtslosen Ausrichtung auf Gott hin zurück zu kommen. Dies kann sich im Laufe längerer Zeit auch auf unser Leben und Arbeiten mitten im Alltag auswirken.

Als ganzer Mensch – mit Leib und Atem meditieren

In der Meditation ist der Mensch in seiner Ganzheit angesprochen und das Üben bezieht auch den Körper mit ein.
Eine innere aufrichtige Haltung und eine äußere aufrechte Körperhaltung unterstützen sich gegenseitig. Entsprechend ist die optimale Meditationshaltung eine aufrechte und gerade, die zur Aufmerksamkeit und Wahrheit verhilft. Offene (oder leicht geöffnete) Augen helfen dazu, dass ich nicht so leicht müde werde, nicht Tagträumen nachgehe und sie unterstreichen, dass sich dieser Weg auf die Wirklichkeit ausrichtet und nicht auf Illusionen. Es geht um hellwaches Da-Sein in der Gegenwart Gottes.

Meist wird im aufrechten Sitzen meditiert, was nicht ausschließt, dass es auch ein Meditieren im Gehen, Stehen, Liegen, Knien oder Tanzen gibt. Hilfreich ist es, zu Beginn mit einer Körperwahrnehmung zu beginnen. Das Wahrnehmen vom Boden, der mich trägt, von der Berührung mit Sitzkissen oder Kleidung usw. führt mich mehr hinein in die Gegenwart, ins Jetzt. Dann gehe ich über zur Wahrnehmung meines Atems; ich schaue ihm zu, wie er von selbst kommt und geht. Und wenn mir viele Gedanken und Ablenkungen kommen, dann gehe ich jeweils wieder auf die Wahrnehmung des Atems zurück. Der Atem unterstützt mich, von Gedanken und Vorstellungen leerer zu werden.

Mit dem Atem kann ich mich auch auf ein Wort konzentrieren, das ich bei jedem Atemzug innerlich spreche, bzw. besser, innerlich höre. Ich suche mir mein eigenes Wort (z.B. „mein Licht“/ „Friede“…) oder meditiere mit dem Gottesnamen. Es gibt im Christentum die alte Tradition, mit dem Jesusnamen zu beten: „Jesus Christus“. Dabei wird das Ausatmen mit dem Namen „Jesus“ verbunden und das Einatmen mit „Christus“. Eine längere Form ist: „Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner.“ Das Jesusgebet wird auch „Herzensgebet“ genannt.

Zur Wortbedeutung: „Meditation“ oder „Kontemplation“?

Ein Blick auf die Geschichte: In der christlichen Gebetstradition entwickelten sich folgende Formen des Betens: Lectio – Meditatio – Contemplatio.
„Lectio“ meint das geistliche Lesen eines Textes aus der Bibel. Als nächster Schritt wurde bei der „Meditatio“ dieser Bibeltext betrachtet; damit ist ein Betrachten des Textes gemeint, ein Durchdenken, auf sich wirken lassen. Den Text auf mich und mein Leben beziehen.
Die „Contemplatio“ schließlich ist ein Dasein ohne Nachdenken, ein Sein mit Gott. Hierbei versucht der Mensch sein Tätigsein ganz loszulassen, sich Gott zu überlassen und Gott allein wirken zu lassen. Kontemplation ist im Grunde ein Geschenk, für das ich selbst nichts tun kann, außer mich dafür bereit zu halten, dafür offen und wach zu sein.

Heute wird sehr oft das Wort „Meditation“ im Sinne des kontemplativen Weges benutzt und meint eigentlich das schweigende Sitzen, die sog. gegenstandslose Meditation. Im Vergleich dazu gibt es die gegenstandsbezogene Meditation, bei der Bilder, Symbole, Kunstwerke oder Texte Gegenstand der Meditation sind. D.h. ich konzentriere mich auf diesen „Gegenstand“, konzentriere mich z.B. auf eine Blume, ein Kreuz oder ähnliches.

Wenn ich hier das Wort „Meditation“ verwende, tue ich es in diesem kontemplativen Sinne: es geht um die „Contemplatio“.

Empfehlenswerte Literatur:

Jalics Franz: Kontemplative Exerzitien. Eine Einführung in die kontemplative Lebenshaltung und in das Jesusgebet. Würzburg 1994


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